•••••••••••Alte Liebe
Ein Theater – Tanz - Projekt von Britta Pudelko und Stephan Müller für 4 Tänzerinnen über 60 und einen Jungmännerchor
Konzept | Inszenierung
Britta Pudelko, Stephan Müller
Performance
Liz King, Elke Kube, Sylvia Sadowski, Barbara Voß-Kindt
Andreas Brockmeyer, Malte Draeger, Koray Gültekin,Benjamin Krause, Florian Lenz,
Moses Leo, Christian Müller, Sebastian Reich, Alexander Schmidt, Carsten Stier, Marko Uebel, Richard Henschel
Musikalisches Arrangement | Live-Musik
Meik Schwalm
Kostüme
Nina Gundlach
Lichtdesign
Benjamin Schälike
Dramaturgische Beratung |Produktionsleitung
Gabi Beier
Premiere 25. November 2010 Dock 11 in Berlin | Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds 2010
Zeit ist das Maß der Tradition und auch ihrer Verwerfung. Die Tanzkarrieren unserer vier Protagonistinnen sind schon lange zu Ende, die Körper und die Leidenschaften sind geblieben. Jetzt kehren sie tanzend auf die Bühne zurück. Technische Perfektion kann das Ziel nicht mehr sein. Sie befragen mit ihrem heutigen Wissen, ihren Erfahrungen, ihren Körpern ihre den jungen Körpern vorbehaltene Leidenschaft. Sie befragen ihren Inhalt, sie spielen damit, sie befragen sich selbst. Sie gehen das Risiko ein, sich einen anderen, neuen Raum zu schaffen, für ihren Ausdruck, für ihre Leidenschaft. Und sie riskieren, daran zu scheitern, die (eigenen) Maßstäbe sind hoch. Dieses „Was mache ich mit mir und diesem Körper?” heißt am Ende auch: „Was bleibt von mir übrig?”
Presse
„Aber mittendrin ergreifen die Emotionen, die durch die Bewegungen ausgelöst werden, wieder besitz von Körpern und damit von den Frauen. ‚Alte Liebe‘ ist somit eine Form von Archäologie des Tanzes, nicht nur der Bewegungen, sondern auch der durch Bewegung ausgedrückten und induzierten Emotion. Vor dem rauen, unregelmäßig geweißten Mauerwerk der Fabrikhalle des Dock 11, das sonst die gern gebrochenen Bewegungen des zeitgenössischen Tanzes beherbergt, ist diese Konfrontation mit Etüden und Preziosen längst verhangener Zeiten durchaus reizvoll. Eine Art Kopftheater wird in Gang gesetzt, in dem die Imaginationskraft die Lücken, die das gerade Gesehene aufweist, so anreichert, dass es möglicherweise prächtiger erscheint als die ursprüngliche, intakte Form. Den vier Ballerinen /.../ ist ein Chor aus zwölf jungen Männern gegenübergestellt. Daraus ergeben sich Konstellationen des Wunderns, des Staunens... Pudelko hat ein feines Spiel zwischen Kunstgeschichte und Alltagsbeobachtungen, zwischen distanzierender Betrachtung und gerade noch gebändigtem Testosteron entwickelt.” (Tom Mustroph, Neues Deutschland, 29.11.2010)